Kiefergelenk Behandlungskonzepte – CMD Therapie

Nerven des Kiefergelenks

Die Nervenfasern die zur Gelenkkapsel ziehen stammen hauptsächlich vom n. auriculotemporalis des n. mandibularis des n. trigeminus. Ein kleiner Teil der medialen Kapsel wird ebenfalls von Fasern innerviert die vom n. facialis stammen und als Rr. communicantes bezeichnet werden. Ventral befinden sich noch Fasern des n. massetericus und dorsal befinden sich Fasern des n. temporalis. Insgesamt befinden sich im hinteren Anteil des Gelenkes, der bilaminären Zone mehr Nerven und Blutgefäße als vorne. Lateral befinden sich mehr Nerven und Gefäße als medial. Der discus articularis ist in seinen nicht belasteten Außenrändern gut innerviert. Das Gelenkköpfchen wird ringsum von Nervenfasern versorgt die ebenfalls die Synovialmembran den Kapselansatz am Köpfchen und den Gelenkknorpel versorgen.

Symptome des discus articularis

Der Diskus wird wie der Gelenkknorpel von kranial einwirkenden Kräften belastet. Diese können zu muldenförmigen Formveränderungen führen. Nimmt die Belastung zu wird das Gewebe wie beim Gelenkknorpel aufgeraut und es können Reibegeräusche entstehen. In diesem Stadium sind die Reibegeräusche des Diskus und die der Knorpelschicht klinisch nicht zu trennen. Diagnose: Osteoarthrose. Bei noch höherer Belastung können sogar Löcher im Diskus entstehen. Die Reibegeräusche werden häufig von Haken begleitet. Diagnose: Diskusperforation.

Die Diagnose: Diskusverlagerung ohne Reposition

Dabei muss der Patient den Mund so weit wie möglich öffnen. Der Schneidekantenabstand wird gemessen und dann leichter Druck ausgeübt, um den Mund noch ein wenig weiter zu öffnen. Normalerweise beträgt die so gemessene Mundöffnung etwa 45 bis 50 mm, bei verlagertem Diskus jedoch nur etwa 20 mm. Schließen oder Vorschieben des Kiefers gegen Widerstand verstärkt den Schmerz. Die Diskusverlagerung ohne Reposition erfordert oft nur Verordnung von Analgetika. Schienen sind mit Vorsicht einzusetzen, denn bei deutlicher Deformation des Diskus können irreversible Schäden entstehen. Verschiedene arthroskopische und offene chirurgische Verfahren stehen zur Verfügung wenn die konservative Behandlung fehlschlägt.

Die Diagnose: Diskusverlagerung mit Reposition

erfordert eine Beobachtung des Kiefers, wenn der Mund geöffnet wird. Bei Öffnung von mehr als 10 mm ist ein Klicken oder Knacken zu hören oder ein Einfangen zu fühlen, wenn der Diskus über den Kopf des Kondylus zurückspringt. Bei weiterer Öffnung bleibt der Kondylus auf dem Diskus. Für gewöhnlich ist ein weiteres Knacken reziprokes Knacken beim Kieferschluss zu hören, wenn der Kondylus über den Hinterrand des Diskus rutscht und der Diskus dann nach vorne gleitet. Eine Diskusverlagerung mit Reposition erfordert keine Behandlung, wenn der Patient den Mund ohne Beschwerden etwa 40mm öffnen kann.

Bei einer Krankheitsdauer von weniger als sechs Monaten kann eine anteriore Repositionierungsschiene angefertigt werden um den Unterkiefer nach vorne und auf den Diskus zu verlagern. Die Kaufläche ist so gestaltet, dass der Unterkiefer vorne gehalten wird, wenn der Patient auf die Schiene beißt. In dieser Position liegt der Diskus immer auf dem Kopf des Kondylus. Die Schiene wird nach und nach adjustiert, damit sich der Unterkiefer weiter nach posterior bewegen kann. Wenn der Diskus beim Strecken des oberen Anteils des m. pterygoideus lateralis auf dem Kondylus bleibt, spricht man davon, dass der Diskus eingefangen ist.

Diskusverlagerung

Eine in der Kiefergelenkssprechstunde der BERLIN-KLINIK Zahnklinik recht häufig vorgestellte Beschwerde ist die Diskusverlagerung nach anterior. Das ist in der Regel eine anteriore Fehlstellung des Discus articularis oberhalb des Kondylus. Symptome sind lokalisierter Gelenkschmerz und Knacken bei Kieferbewegung. Die Diagnose basiert auf Anamnese und körperlicher Untersuchung. Die Behandlung erfolgt mit Analgetika, durch Ruhigstellen des Kiefers, Muskelentspannung, physikalische Therapie und Schienen.

Nur wenn diese Methoden wiederholt fehlschlagen kann eine Operation erforderlich sein. Eine frühzeitige Behandlung verbessert die Ergebnisse wie bei vielen anderen Kiefergelenksbeschwerden auch. Der obere Kopf des m. pterygoideus lateralis kann den Discus articularis aus seiner normalen Lage ziehen wenn eine starke abnormale Kieferbewegunge oder Arthritisfolge das Gelenk außergewöhnlich belasten. Wenn der Diskus in der anterioren Position bleibt, spricht man von einer Verlagerung ohne Reposition. Es kommt zu eingeschränkter Mundöffnung Kieferklemme und Schmerzen im Ohr sowie in der Kiefergelenkregion.

Wenn der Diskus an einem Punkt der Gelenkexkursion wieder zum Kopf des Kondylus zurückkehrt, nennt man dies Verlagerung mit Reposition. Eine Verlagerung mit Reposition tritt bei etwa einem Drittel der Patienten an einem bestimmten Punkt auf. Alle Arten der Verlagerung können eine Kapsulitis oder Synovitis verursachen. Eine Kapsulitis kann auch spontan auftreten oder nach Arthritis, Trauma oder Infektion.

Eine Verlagerung mit Reposition verursacht häufig ein knackendes oder klickendes Geräusch, wenn der Mund geöffnet wird. Es können Schmerzen vorhanden sein, insbesondere beim Kauen harter Speisen. Den Patienten sind die Gelenkgeräusche beim Kauen oft peinlich, weil sie glauben, dass andere Anwesende sie hören, was tatsächlich gelegentlich der Fall ist, obwohl die Geräusche dem Betroffenen lauter erscheinen, als sie sind.

Eine Verlagerung ohne Reposition verursacht in der Regel keine Geräusche, doch der maximale Schneidekantenabstand zwischen Ober- und Unterkiefer bei der Mundöffnung ist von normalerweise 40 bis 45 mm auf unter 30 mm reduziert. Allgemein treten Schmerzen und eine veränderte Wahrnehmung des Bisses durch den Patienten auf. Eine Kapsulitis führt zu lokalisiertem Gelenkschmerz, Empfindlichkeit und gelegentlich zu eingeschränkter Mundöffnung.

Der discus articularis

Anatomisch entsteht der discus articularis weil in einem bikonvexen Gelenksystem das Zwischengewebe nicht verdrängt wird. Der Diskus ist dadurch bikonkav und ist als innerer Teil der Kapsel anzusehen. Er hat ringsum Anheftungen an die Gelenkkapsel Der Diskus ist wie eine Gleitscheibe und bewirkt dass der Gelenkraum in obere Gelenkkammer und untere Gelenkkammer unterteilt wird. Die obere Gelenkkammer befindet sich zwischen os temporale und Diskusoberseite, die untere Gelenkkammer zwischen Gelenkköpfchen und Diskusunterseite. Der äußere Rand des Diskus ist mit Knorpelzellen versehen in der Mitte befinden sich dicht gereihte Kollagenfaser Bündel.

Der Diskus funktioniert korrekt als bewegliche Fossa für das Gelenkköpfchen. Es gleitet mit seiner Oberfläche auf der Knorpelfläche des os temporale und auf seiner Unterfläche bewegt sich das Gelenkköpfchen. Er wird mit den Bewegungen des Gelenkköpfchens passiv mitgeführt. Wichtig ist das bei jeder Bewegung des Kieferköpfchens der Diskus sich in die Richtung des Köpfchens mitbewegt. Es sind die Bewegungen des Köpfchens größer als die des Diskus. Dies hat mechanische Konsequenzen. Bei jeder Unterkieferbewegung bewegt sich der Diskus zum Kondylus in entgegengesetzte Richtung.

Das heißt das bei jeder Kieferöffnungsbewegung das Köpfchen nach vorne bewegt wird der Diskus sich zwar im Raum auch hierhin bewegt, zum Köpfchen jedoch nach dorsal! Ebenso bei den Kieferschließbewegungen bewegt sich das Gelenköpfchen nach hinten der Diskus bewegt ebenfalls nach hinten, jedoch zum Köpfchen nach vorne. Es bewegt sich der Diskus zum Köpfchen nach medial bei einer lateralen Bewegung und nach lateral bei einer medialen Bewegung. In Innenrotation bei einer Außenrotation und in Außenrotation bei einer Innenrotation.

Die bilaminäre Zone der Kiefergelenke

Die Strukturen der bilaminären Zone im Kiefergelenk können sie als innere Fasern der Gelenkkapsel betrachtet werden. In der Entwicklung bewegt sich das Kiefergelenk von der Rückwand des Gelenkraumes weg. Dadurch spaltet sich die dorsale Gelenkkapsel auf und es entsteht ein Raum zwischen stratum synoviale und stratum fibrosum. Das ursprüngliche Stratum fibrosum bleibt hinten und bildet die rückwärtige Gelenkkapsel. Das stratum synoviale zieht mit dem Gelenkköpfchen nach vorne und bildet die stratum superius und stratum inferius der bilaminären Zone. Zwischen stratum superius und stratum inferius auf der einen und dorsaler Gelenkkapsel auf der anderen Seite liegt das genu vasculosum.

Man kann unterteilen das eine Schicht aus stratum superius und inferius und die andere Schicht aus genu vasculosum besteht. Deshalb bilaminäre zweischichtige Zone. Das genu vasculosum verfügt über Blutgefäße und Nervenfasern. Es ist für das Gelenk ein wesentliches Rezeptorfeld. Bei Exkursivbewegungen werden die Blutgefäße mechanisch geöffnet und bei Inkursivbewegungen drückt das nach dorsal sich bewegende Gelenkköpfchen das Blut aus dem genu vasculosum heraus. Weil die bilaminäre Zone einen Teil der Gelenkkapsel darstellt, sind die Erkrankungsursachen identisch mit denen der zirkulären Gelenkkapsel. Symptome werden erkennbar wenn die bilaminäre Zone durch vermehrte kondyläre Bewegungen nach dorsal und oder dorsokranial belastet wird. Wenn das Kieferköpfchen in die bilaminäre Zone gedrückt wird, können Schmerzen und Gelenkergüsse entstehen. Diagnosen: Kapsulitis, Arthritis oder Synovitis.

Aus der klinischen Praxis und universitären Untersuchungen wurde dargestellt das es symptomlose Patienten gibt bei denen das Kieferköpfchen sich dorsal vom Diskus befindet. Es gibt mehr Hinweise darauf dass das Ausmaß der kranialen Belastung ausschlaggebend ist für das Ausmaß der Symptome. Für Symptome der bilaminären Zone bedeutet das, je mehr kraniale Belastung entsteht, desto deutlicher wird das Knacken, Haken oder sogar das aus einem von beiden Symptome sich entwickelnden Blockieren. Lautes klinisches Knacken zeigt mehr kraniale Belastung als leises. Haken weist auf mehr Belastung als Knacken und Blockieren bedeutet höhere Last als Haken.

Styloid-Syndrom oder Eagle-Syndrom

Kein Kieferkapsel Symptom sondern ein Symptom der gelenkexternen Bänder klinisches Symptom des ligamentum stylomandibulare. Dieses Band kann ausgehend vom processus styloideus über einen verhältnismässig weitern Bereich verknöchern und damit zu teilweise schmerzhaften Bewegungseinschränkungen führen. Es ist dabei nicht immer klar darstellbar ob es sich dabei nicht auch um Verknöcherungen des Lig. stylohyoideum oder m. stylohyoideus handeln könnte.

Symptome von Kiefergelenkkapselerkrankungen CMD

Das Kausystem besteht im wesentlichen aus dem Kiefergelenk, seinen umgebenden Strukturen, der Gelenkkapsel und der dazugehörenden Kaumuskulatur. Der Kauapparat liegt in direkter Nähe zu den obersten Kopf Gelenken der Halswirbelsäule. Somit können Fehlstellungen, Fehlhaltungen und Beschwerdeformen der gesamten Schulter-, Nacken-, Wirbelsäule auch auf die Kiefergelenke wirken und umgekehrt.Eine Störung des Kauapparates nennt man CMD Cranio-Mandibuläre-Dysfunktion.

Somit können auch Zähneknirschen, Zähnepressen, sowohl streßbedingt als auch durch falsch angepassten oder suboptimal funktionellen Zahnersatz sowie direkte Schmerzen im Mundbereich durch Schon- oder Fehlhaltung CMD begünstigen, auslösen oder unterstützen.

Die Behandlung von CMD erfolgt in Kooperation von Zahnarzt, Zahnklinik und Physiotherapeut.Der Zahnarzt erstellt mit Hilfe einer speziellen Untersuchungstechnik, der sogenannten Funktionsanalyse, ein möglichst genaues Gebißmodell, bzw Modell seiner Kiefergelenksbewegung beim öffnen und schliessen des Mundes des Betroffenen. Im wesentlichen wird die Bewegungsbahn des Kiefergelenksköpfchens in Relation zum Schädel nachvollzogen. Dies kann vielfältig mechanisch oder computergestützt geschehen. In der BERLIN-KLINIK Zahnklinik verwenden wir u.a. das Zebris-Verfahren zur Kiefergelenksdiagnostik. Aufgrund der so gewonnen Ergebnisse wird die Anpassung einer Entlastungs-, Therapie- oder Korrekturschiene beim Zahntechniker veranlaßt.

Die zirkuläre Gelenkkapsel kann organisch z.B. bei der Polyarthritis, traumatisch z.B. bei einem Schlag auf das Kinn oder dysfunktionell durch habits wie Zähnenirschen und Muskelpressaktivitäten belastet werden und Symptome aufweisen. Überdehnungen und oder Entzündungen, meist der vorderen und seitlichen Kapselanteile können zu Schmerzen und Gelenkergüssen führen. Die Diagnose heißt Kapsulitis oder Arthritis.

Schrumpfungen die meist bei den hinteren Anteilen angefangen können zu echter Einschränkungen der Unterkieferbewegungen führen. Typisch sind die langsamen zunehmenden Bewegungseinschränkungen. Die Patienten in der BERLIN-KLINIK Zahnklinik Kiefergelenksprechstunde berichten regelmäßig über eine langsame Abnahme der Mundöffnung also Kieferöffnung die sich über einen längeren Zeitraum dargestellt hat. Häufig wird postuliert: Früher konnte ich ganz normal von einem Brötchen abbeißen, heute muss ich es in Stücke schneiden! Die Diagnose: Kiefergelenk Kapsel Schrumpfung.

Die Gelenkkapsel bei CMD

Die Gelenkkapsel ist bei allen Kiefergelenksbeschwerden und dem CMD Formenkreis von wesentlicher Bedeutung und kann nicht nur als Halteelement für den Unterkiefer gesehen werden. Sie hat propriozeptive Funktionen während der Kieferbewegung. Die äußere oder zirkulär angelegte Gelenkkapsel verbindet die beiden knöchernen Anteile des Kiefergelenkes miteinander. In der vorderen Kapselschale liegen, wie in fast allen anderen Gelenkkapseln, tratum fibrosum, fibröser Anteil einer Gelenkkapsel mit mechanischen Eigenschaften und stratum synoviale, Schmiermittelbildender Anteil einer Gelenkkapsel. In der hinteren Gelenkkapsel gibt es zwischen beiden Anteilen einen weiten Raum, die dorsale Kapselschale wird durch das stratum fibrosum der ursprünglichen dorsalen Kapsel gebildet. Auf der Vorderseite des Gelenkes sowie medial und lateral verläuft der Ansatz an den Rändern des Knorpel.

Auf der Rückseite des Gelenkes haftet die Kapsel, teilweise weit über die Ränder des Knorpels hinaus. Am os temporale finden sich die Ansätze in Höhe der fossa oder sogar in der fissura petrotympanica und petrosquamosa. Die Fasern der Kapsel sind fächerförmig. Vorne und hinten verlaufen die Fasern direkt vom os temporale zum Gelenkköpfchen. Seitlich findet sich der Fächer dazwischen befinden sich schräge Fasern verlaufend von vorne oben os temporale nach hinten unten Gelenkköpfchen. Die horizontalen und schrägen Fasern der medialen und lateralen Gelenkkapsel sind kollagenhaltig. Diese Anteile werden als ligamentum mediale und ligamentum laterale beschrieben und haben eine wichtige Funktion bei der Stabilisierung des Gelenk. Diese Kapsel Bänder können der rückwärtigen Bewegung des Unterkiefers entgegen wirken.

Symptome von entzündlichen und funktionellen Kiefergelenkserkrankungen

Der Gelenkknorpel kann durch organische Erkrankungen wie Polyarthritis oder bakterielle Entzündungen erkrankt sein. Der subchondrale Knochen kann partiell nekrotisieren, das dazugehörige Knorpelstück kann dann im Gelenk als freier Gelenkkörper darstellbar sein. Ein mechanisches Trauma bzw. wiederholte Traumata können auf den Knorpel einwirken und zu Beschädigung führen. Vielschichtige Möglichkeiten die zur Entstehung oder Ausprägung von Symptomen führen können werden in spezialisierten Kliniken wie der BERLIN-KLINIK Zahnklinik häufiger als in der niedergelassenen zahnärztlichen Praxis zu beobachten. Regelmässig haben wir es in der Zahnklinik sehr viel zu tun mit dysfunktionell bedingten Störungen und Belastungen auch im Rahmen der üblichen CMD Symptomatiken und Beschwerden des discus articularis und des Gelenkknorpel. Parafunktionelle Aktivitäten wie Muskelpressen und Zähneknirschen führen regelmäßig zur Belastung oder sogar Verlagerung bis hin zur Zerstörung des Knorpel.

Volumenvergrößerung des Knorpelgewebe durch Zunahme der Knorpelzellzahl oder Oberflächenvergrößerung sind physiologische Reaktionen und verlaufen in der Regel ohne Symptome. Weitere Belastungen können zu Beschädigung der Knorpeloberfläche führen. Die anatomisch physiologisch glatte Oberfläche wird aufgeraut. Dies geschieht ohne Entzündungsprozess. Das Symptom das dann entstehen kann ist ein Krepitationsgeräusch oder Reibegeräusch. Die Diagnose lautet dann Osteoarthrose der Kiefergelenke. In vielen Fällen das Endstadium des Belastungsvorgang. Im Gegensatz zur Osteoarthritis der Kiefergelenke, dann treten zu den Aufrauungen Entzündungsprozesse auf und die Reibegeräusche sind schmerzhaft.

Die Knorpel der Kiefergelenke

Die Kiefergelenke sind hochkomplexe Strukturen aus Knochen, Knorpeln, Fasern, Bändern und Muskeln. Sie liegen vor den Ohren. Sie werden knöchern gebildet durch das Kieferköpfchen sowie protuberantia und tuberculum articulare des os temporale mit Faserknorpelanteilen. Die Ausprägung der individuellen Form entsteht während des Wachstum durch funktionelle Belastungen. So sind regelmäßig geringe und selten hochgradige Asymmetrien erkennbar. Die fossa articularis gehört eigentlich nicht zum bewegenden Anteil des Kiefergelenk. Die fossa ist nur überzogen von Periost. Von oben oder unten betrachtet liegen die Gelenkköpfchen nicht auf einer Achse. Die Achsen der beiden Köpfchen bilden einen nach vorne stumpfen Winkel der Schnittpunkt liegt unmittelbar vor dem foramen magnum. Die Hauptbewegungsrichtung ist somit nach vorne und innen und nach hinten und außen.

Zwischen Knorpel und Knochen Anteilen des Kiefergelenk befindet sich im nicht überlasteten Zustand eine Schicht aus undifferenziertem Mesenchymgewebe. Diese Zellen können unter vermehrter Belastung zu Knorpelzellen differenzieren, es entsteht eine Volumenzunahme und es wird die Belastbarkeit der Knorpelschicht vergrößert. Die progressive Adaptation. Ist dieser Mechanismus der Volumenvergrößerung ausgereizt, müssen bei bestehender Belastung andere Mechanismen entstehen. Die physiologische Reaktion darauf ist eine Vergrößerung Oberfläche. Im Röntgenbild wird diese Vergrößerung der Oberfläche oft als Arthrose sichtbar. Die regressive Adaptation.

Funktionen des Kiefergelenks

Die funktionellen Bewegungen des Unterkiefers sind immer Kombinationsbewegungen, entweder in der Sagittalebene, das bedeutet Pfeilebene, oder von vorne nach hinten gerichtet die Kieferöffnung oder Abduktion und Kieferschluss oder Adduktion. In der Horizontalebene die Protrusion, also den Unterkiefer nach vorne aus Ruheposition oder die Retraktion, den Unterkiefer nach hinten aus Protrusionsposition zurück zur Ruheposition. Retrusion also Unterkiefer nach hinten aus Ruheposition und Protraktion Unterkiefer nach vorne aus Retrusionsposition, zurück zur Ruheposition, Mediotrusion der einen Seite mit Laterotrusion der anderen Seite also Unterkiefer auf der einen Seite nach vorne- innen und auf der anderen Seite nach hinten-außen. Weiterhin Laterotraktion der einen Seite mit Mediotraktion der anderen Seite, Unterkiefer auf der einen Seite nach hinten-außen und auf der anderen Seite nach vorne-innen.

Die seitlichen Bewegungen des Unterkiefers sind nur auf einer Bewegungsseite einigermaßen konstant. Legen Sie um das selbst zu spüren hierzu Zeigefinger und Mittelfinger vor das Ohr und bewegen Sie den Unterkiefer nach links und rechts. Bei jeder seitlichen Bewegung bewegt sich ein Gelenkköpfchen deutlich spürbar nach vorne und wieder zurück. Das andere Köpfchen ist nicht gut spürbar. Auf der gut spürbaren Seite findet eine Mediotrusionsbewegung, eine Bewegung nach vorne-innen gerichtet und Laterotraktions Bewegung, zurück zur Ruheposition statt.

Diese Bewegungen sind bei jedem Menschen individuell, aber anatomisch in darstellbarer reproduzierbarer Übereinstimmungen. Ganz anders die andere Bewegungsseite, die Sie bei den Bewegung nicht gut spüren können. Hier macht das Kieferköpfchen eine Laterotrusionsbewegung und Mediotraktions Bewegung zurück zur Ruheposition. Die Laterotrusionsbewegung ist eine Bewegung, bei der das Gelenkköpfchen um eine vertikale Achse rotiert und gleichzeitig finden regelmässig Translationsbewegungen nach vorne, hinten, außen und innen statt.

Je stärker ein Patient mit seinen Zähnen knirscht, desto stärker ist die Tendenz, den Unterkiefer dabei auf der Laterotrusionsseite nach außen und hinten zu nehmen. Die Öffnung der Kiefer, das Entfernen des bezahnten oder zahntragenden Teil des Unterkiefer vom am Schädel befindlichen Oberkiefer wird von den Mundbodenmuskeln, die Kieferschließbewegung von den Kieferschließern, die rückwärtige Bewegung, Retrusion und Laterotrusion von den Mundbodenmuskeln und der pars posterior des m. temporalis und die Vorwärtsbewegung Protrusion und Mediotrusion vom unteren Bauch des m. pterygoideus lateralis durchgeführt.

Aus der Klinischen Praxis der BERLIN-KLINIK Zahnklinik Kiefergelenks Sprechstude stellt sich dar das nicht jeder Patient, der Parafunktionen mit teilweise signifikant starkem Abrieb der Zähne zeigt, auch Gelenkbeschwerden hat. Bei diesen Patienten ist anatomisch oft das ligamentum mediale und dasligamentum laterale gut ausgebildet. Es liegt nahe zu vermuten das es erst nach Ausdünnung oder Schädigung oder bei ungenügender Ausbildung dieser kollagenhaltigen Strukturen die Gelenkstrukturen überlastet werden. In der Entwicklung des bikonvexen Gelenkes entstand aus dem Gewebe, das sich zwischen den knöchernen Anteilen befand und nicht verdrängt wurde, der discus articularis. Prinzipiell kapsuläres Gewebe verstärkt mit Knorpelzellen vom os temporale haftet ringsum am Oberrand des discus an das stratum synoviale kommend vom Gelenkköpfchen haftet am Unterrand des discus an.

Bestehend aus inneren Fasern die vom Knochen zum diskus verlaufen und äußere Fasern die vom Knochen zum Knochen verlaufen. Bei den Inkursivbewegungen rückwärtige Bewegungen werden die Fasern der seitlichen Kapselanteile mit ligamentum mediale und laterale unter Spannung gebracht. Die hinteren und mehr vertikal ausgerichteten Fasern erschlaffen. Exkursivbewegungen Vorwärtsbewegungen lassen die seitliche Kapsel erschlaffen und die hintere Kapsel spannen. In der gesamten vorderen Kapselschale haften Muskelfasern. Auf der medialen Seite sind das Fasern des oberen Kopfes des m. pterygoideus lateralis und in der Mitte Fasern des m. temporalis und auf der lateralen Seite Fasern des tiefen Bauches des m. masseter. Diese Fasern haben die Aufgabe während Inkursivbewegungen die erschlaffende vordere Kapsel zu straffen damit diese Anteile als Rezeptorfeld dienen.

Perfekte Kiefergelenksdiagnostik

In der BERLIN-KLINIK Zahnklinik wird die Diagnostik der Kiefergelenke nicht nur für die Analyse der Kiefergelenkserkrankungen sondern ebenfalls zur Erzielung perfekter ästhetische Ergebnisse eingesetzt. Das Zebris Kieferregistriersystem JMAnalyser erfasst schnell, berührungslos und präzise alle Bewegungsfreiheitsgrade des Unterkiefers. Bei funktionsanalytischen Untersuchungen können sowohl Diskoordinationen und Bewegungslimitationen als auch eine neuromuskuläre Kieferrelation bestimmt werden. Zur Erstellung von funktionellem Zahnersatz errechnet das System die Einstellwerte der gängigen mechanischen und virtuellen Artikulatoren und stellt diese als Report und Exportdatei für CAD/CAM Systeme zur Verfügung. Das JMAnalyser+ System ist zusätzlich mit einem optionalen, integrierten EMG-Modul erhältlich. Es ermöglicht die einfache Analyse der Muskelaktionspotentiale mithilfe von bipolaren Hautoberflächenelektroden. Das System erlaubt Funktionstests der wichtigen Kiefergelenks relevanten und regelmäßig beteiligten Muskelgruppen mm. temporalis anterior und m. masseter. Dabei erfolgt die Ableitung beidseitig durch Elektrodenkabel mit integrierten Messverstärkern. Die EMG-Aktivität wird ohne Kabelsalat genau und verlässlich ermittelt.

Therapiemöglichkeiten der Kiefergelenke und der CMD

In der BERLIN-KLINIK Zahnklinik bauen wir die Therapie Ihrer Kiefergelenksbeschwerden, oder Ihrer Beschwerden oder Schmerzen, die durch Kiefergelenkserkrankung, Kiefergelenksfehllage oder Falschbeeinflussung des Kiefergelenk durch Zähne oder Kiefer hervorgerufen oder angeschoben werden auf einer möglichst guten aber nicht überfrachteten Diagnostik auf. Die Diagnostik der Kiefergelenkserkrankungen können wir Ihnen vereinfacht in drei Stufen darstellen. Bei einfach darzustellenden Beschwerden und einer technisch relativ einfachen Therapiemöglichkeit kann oft schon eine klinische Funktionsanalyse FAL und einfache Einstellung oder Korrektur der Zahn-zu-Zahn Beziehung helfen.

Bei vielschichtigen Kiefergelenksbeschwerden die mit insuffizientem Zahnersatz, Zahnlücken oder habits, Gewohnheiten wie Knirschen oder Pressen zusammenhängen, werden weitere Diagnostische Maßnahmen zu Hilfe genommen. Die instrumentelle oder unterstützte erweiterte Funktionsanalyse. Die Dritte schwerste Stufe der persistierenden, traumatischen oder entzündlichen funktionseinschränkenden Kiefergelenksbeschwerden ist oft verbunden mit vielfach vorbehandelter, vortherapierter oder zahnärztlich falsch eingestellter Situation der Kiefergelenke und der Zähne zueinander. Hier werden komplexe Diagnostik und rechnergestützte Funktionsanalyse oft notwendig. Die zahnärztliche Kiefergelenks Software zur Funktionsanalyse ist hier sehr hilfreich. Wir verwenden in der BERLIN-KLINIK Zahnklinik unter anderem das System Zebris.

Das Zebris System der BERLIN-KLINIK Zahnklinik zur zahnärztlichen Kiefergelenksdiagnostik. Das Kieferregistriersystem JMAnalyser+ kann berührungslos alle Bewegungsfreiheitsgrade des Unterkiefers über die Laufzeitmessung von Ultraschallimpulsen aufzeichnen. Damit können instrumentelle zahnärztliche Funktionsanalysen FAL nach den Leitlinien der DGFDT/DGZMK durchführt werden. Das System eignet sich darüber hinaus zur einfachen Programmierung volladjustierbarer mechanischer und virtueller Artikulatoren die wir in der Prothetik und Zahntechnik der BERLIN-KLINIK Zahnklinik benutzen. Über spezielle Kopplungslöffel und einen XML-Datenexport wird die präzise Ankopplung realer Kieferbewegungen an die Welt der zahnärztlichen und zahntechnischen CAD-Systeme der BERLIN-KLINIK Zahnklinik möglich. Je nach Notwendigkeit kann die Diagnostik um EMG- Kanäle zur Darstellung der Muskelaktivität sowie um einen Face – Imager zur Aufzeichnung der Gesichtsästhetik erweitert werden.

Kiefergelenk-Therapie in der BERLIN-KLINIK Zahnklinik

In der BERLIN-KLINIK Zahnklinik Kiefergelenkssprechstunde erkennen wir seit Jahren steigende Tendenzen in der Notwendigkeit der Therapie der Kiefergelenke. Ursache ist oft Folge oder Nebenschauplatz von zunehmendem Gesellschaftlichem Leistungsdruck. Was sich ausbildet ist Druck auf Kiefergelenke der verschiedenste Ursachen haben kann. Prüfungsstress, Familie, Leistungsdruck in der Arbeit, Erwartungsdruck von Partner, Freunden was auch immer gepaart mit Großstadt Hektik, ungünstigen Arbeitshaltungen vor dem Rechner auch andauernder Kommunikation über Mobilgeräte. Es werden Kiefergelenksbeschwerden begünstigt. Kiefergelenksbeschwerden bei bestehender funktionierender Bezahnung sind eine Volkskrankheit der Leistungsgesellschaft.

Das Kiefergelenk ist das am kompliziertesten aufgebaute und am häufigsten gebrauchte Gelenk des menschlichen Körper. Schmerzen und Beschwerden und deren Folgen auf umliegende Strukturen wie Kiefer oder Halswirbelsäule werden als Formenkreis der Craniomandibulären Dysfunktionen, CMD bezeichnet. Häufig sind durch Kiefergelenksbeschwerden eben auch die Halswirbelsäule und die Muskulatur des Nacken und der Schultern betroffen, die dann Haltungsschäden und weitere Beschwerden nach sich ziehen. Regelmässig machen sich Beschwerden auch als Ohrenschmerzen oder fortgeschritten als Tinnitus bemerkbar. Die häufigsten Kiefergelenkserkrankungen in der BERLIN-KLINIK Zahnklinik Kiefergelenkssprechstunde sind Diskusverlagerung, Arthrose, und Kapselentzündung, Kapsulitis. Die Kapsulitis kann sehr unterschiedliche Auslöser haben. Diese werden in den folgenden Texten besprochen und erklärt.

Für die Auswahl der richtigen Therapieform ist eine umfangreiche Funktionsanalyse des Kiefergelenks absolut erforderlich. Kiefergelenks Beschwerden und Kiefergelenks Erkrankungen im geschädigten Gebiß, im Lückengebiß oder im prothetisch schlecht versorgten Gebiss haben zusätzlich oder ursächlich funktionelle Defizite zur Ursache. In der BERLIN-KLINIK Zahnklinik sehen wir regelmäßig abgewetzte Kauflächen, abgesenkte Bisslagen, unphysiologischen oder insuffizienten Zahnersatz unterschiedlicher Fehlerursachen. Fehlende Seitenzähne, eingebrochene Stützzonen und damit fehlende Abstützung oder auch ein falsch eingestellter Zahnersatz führt zu einer unphysiologischen Position des am Unterkiefer befestigten Gelenkköpfchen in der Gelenkgrube, die ein Teil des Schädels ist. Die ungünstige, falsche Position des Bisses kann nicht nur zur Verdrängung der Knorpelscheibe, Diskus, führen, die wie eine Gleitschicht zwischen den Knochenteilen Köpfchen und Grube sich befinden sollte, Es können Kiefer- Kopfschmerzen entstehen, Nackenschmerzen, Haltungsbeschwerden bis in den Bereich der Wirbelsäule.

Prof Dr. Dr. Schermer

Prof Dr. Dr. Schermer

Kontakt

So erreichen Sie uns:

Montag – Freitag
08:00 – 20:00 Uhr
Wochenende:
Nach Vereinbarung


+49 (0) 30 206 796 210

Email schreiben

Kontaktformular