Unterschied zwischen Zahn und Zahnimplantat

Einen Unterschied zwischen einem echten Zahn und einem optimal eingeheilten Zahnimplantat sieht und spürt man nicht. Doch der anatomische Unterschied zwischen Zahnimplantat, also künstlicher Zahnwurzel und einer echten Zahnwurzel ist erheblich. Wesentlichster unterschied ist, das ein Implantat das in ein Bohrloch geschraubt wird, oder in einen Extraktionsdefekt, im Idealfall vollständig mit dem Knochen verwächst. Wohingegen eine Zahnwurzel in einem Sie exakt umgebenden Knochenfach mit tausenden kleiner Bindegewebsfasern, den Sharpey Fasern regelrecht aufgehängt ist. Beisst man auf einen Zahn und er erfährt Druck, so ziehen diese Kollagenfasern an den Wänden des Zahnfachs. Der Knochen wird funktionell belastet. Die Fasern verlaufen also zwischen dem die Wurzel bedeckenden Wurzelzement des Zahnes der Wurzelhaut und der Wand des Knochenfachs im Kiefer. Diese speziellen Bindegewebsfasern, die Sharpey Fasern sind der Hauptbestandteil der Wurzelhaut und verbinden den Alveolarknochen der Zahnfächer mit dem Wurzelzement den Zahn.

Die einzelnen Zähne sind in der Alveole hängend befestigt also nicht mit dem Alveolarknochen verwachsen. Diese komplexe anatomische Struktur und der besonders am Zahn anhaftende Teil des Zahnfleisches das direkt die Krone umgibt ist der Zahnhalteapparat. Wenn durch eine anhaltende Zahnfleischentzündung, genannt Gingivitis oder eine Zahnhalteapparats-Entzündung, genannt Parodontitis bereits die Haut um die Krone und der darunterliegende Knochen abgebaut wurde, ist dieser Zahnhalteapparat für immer beschädigt. Er wächst nicht nach. Das gesunde Zahnbett ist beim natürlichen Zahn besser gegen Angriffe von Bakterien im Mund geschützt als das gebohrte, nicht durch Haut und Fasern geschützte Implantatlager bei dem das Zahnfleisch lockerer anliegt. Gute häusliche Pflege und regelmäßige professionelle Zahnreinigung durch die Prophylaxeassistentin oder die Dentalhygienikerin und regelmässige Kontrolle durch den Zahnarzt sind also notwendig um die implantatgetragenen Kronen zu erhalten und den Knochen vor entzündlichem Abbau zu schützen.

Bei vielen Patienten die vor Jahren Zähne verloren haben hat sich der Kieferknochen in dem die Zahnwurzeln steckten, der Alveolarfortsatz, horizontal und vertikal so weit abgebaut, das die Implantate gegenüber den natürlichen Wurzeln im Oberkiefer „höher“ stehen und im Unterkiefer „tiefer“ als bei vollständig gesund ausgebildeten Alveolarfortsätzen. Also müssen die neuen Zähne um nicht „länger“ zu wirken mit künstlichem Zahnfleisch unterbaut werden, was sicher oftmals gewöhnungsbedürftig ist und Kompromissbereitschaft erfordert.