Wieso arbeitet nicht jeder Zahnarzt mit einem OP Mikroskop?

Während des Studiums lernen die Zahnmedizinstudenten Wurzelbehandlungen wenn überhaupt nur mit einer Lupenbrille. Aus finanziellen Gründen sind die meisten zahnmedizinischen Fakultäten nicht mit Dentalmikroskopen für Ihre Studenten ausgestattet. Der angehende Zahnarzt lernt also die präzise, exakte Behandlung des Zahninneren leider nicht mit dem OP Mikroskop. Der junge Zahnarzt sucht dann eine Assistenzstelle und arbeitet selten in einer Praxis, die ein OP Mikroskop besitzt! Im Moment gibt es vielleicht eine Verbreitung von zehn Prozent von OP Mikroskopen in deutschen Zahnarztpraxen.

Viele langjährig niedergelassene Zahnärzte arbeiten nicht mit einem Endomikroskop, OP Mikroskop. Die Anschaffung eines zahnärztlichen Endo Mikroskop oder OP Mikroskops setzt eine finanzielle Investition, sowie auch das Erlernen der neuen Behandlungstechnik unter vergrösserter Sicht voraus. Die Lernkurve ist flach und das Frustpotenzial relativ groß. Die gewohnten Arbeitsweisen müssen an die erhöhte Präzision und die Praxisabläufe müssen adaptiert werden. Auch Teamarbeit muss neu erlernt, eingeübt und stetig verbessert werden und Folgeinvestitionen in neues Instrumentarium werden nicht ausbleiben. Diese wesentlichen Punkte sind Gründe, wieso viele Zahnärzte ohne Dentalmikroskop arbeiten.

Ein weiterer entscheidender Grund ist, dass viele Patienten, und es sind wohl die Mehrzahl, den Zahnarzt nicht nach dem Kriterium der Qualifikation und Ausstattung der Praxis aussuchen, sondern eher darauf achten, dass er in der Nachbarschaft ist, das es dort schnell geht und nicht wehtut. Fachlich sind das aber leider die Knock-Out-Kriterien! Warum soll also ein Zahnarzt der seit vielen Jahren wie am Fliessband seine Patienten im 30-Minutentakt abarbeitet, der Seitenzähne in 10 Minuten mit Plastik füllt oder eine Krone in 15 Minuten präpariert und abformt ein Mikroskop kaufen, wenn er die am wenigsten anspruchsvollen Patienten empfängt und die offensichtlich immer wieder kommen?