Die bilaminäre Zone der Kiefergelenke

Die Strukturen der bilaminären Zone im Kiefergelenk können sie als innere Fasern der Gelenkkapsel betrachtet werden. In der Entwicklung bewegt sich das Kiefergelenk von der Rückwand des Gelenkraumes weg. Dadurch spaltet sich die dorsale Gelenkkapsel auf und es entsteht ein Raum zwischen stratum synoviale und stratum fibrosum. Das ursprüngliche Stratum fibrosum bleibt hinten und bildet die rückwärtige Gelenkkapsel. Das stratum synoviale zieht mit dem Gelenkköpfchen nach vorne und bildet die stratum superius und stratum inferius der bilaminären Zone. Zwischen stratum superius und stratum inferius auf der einen und dorsaler Gelenkkapsel auf der anderen Seite liegt das genu vasculosum.

Man kann unterteilen das eine Schicht aus stratum superius und inferius und die andere Schicht aus genu vasculosum besteht. Deshalb bilaminäre zweischichtige Zone. Das genu vasculosum verfügt über Blutgefäße und Nervenfasern. Es ist für das Gelenk ein wesentliches Rezeptorfeld. Bei Exkursivbewegungen werden die Blutgefäße mechanisch geöffnet und bei Inkursivbewegungen drückt das nach dorsal sich bewegende Gelenkköpfchen das Blut aus dem genu vasculosum heraus. Weil die bilaminäre Zone einen Teil der Gelenkkapsel darstellt, sind die Erkrankungsursachen identisch mit denen der zirkulären Gelenkkapsel. Symptome werden erkennbar wenn die bilaminäre Zone durch vermehrte kondyläre Bewegungen nach dorsal und oder dorsokranial belastet wird. Wenn das Kieferköpfchen in die bilaminäre Zone gedrückt wird, können Schmerzen und Gelenkergüsse entstehen. Diagnosen: Kapsulitis, Arthritis oder Synovitis.

Aus der klinischen Praxis und universitären Untersuchungen wurde dargestellt das es symptomlose Patienten gibt bei denen das Kieferköpfchen sich dorsal vom Diskus befindet. Es gibt mehr Hinweise darauf dass das Ausmaß der kranialen Belastung ausschlaggebend ist für das Ausmaß der Symptome. Für Symptome der bilaminären Zone bedeutet das, je mehr kraniale Belastung entsteht, desto deutlicher wird das Knacken, Haken oder sogar das aus einem von beiden Symptome sich entwickelnden Blockieren. Lautes klinisches Knacken zeigt mehr kraniale Belastung als leises. Haken weist auf mehr Belastung als Knacken und Blockieren bedeutet höhere Last als Haken.