Der discus articularis

Anatomisch entsteht der discus articularis weil in einem bikonvexen Gelenksystem das Zwischengewebe nicht verdrängt wird. Der Diskus ist dadurch bikonkav und ist als innerer Teil der Kapsel anzusehen. Er hat ringsum Anheftungen an die Gelenkkapsel Der Diskus ist wie eine Gleitscheibe und bewirkt dass der Gelenkraum in obere Gelenkkammer und untere Gelenkkammer unterteilt wird. Die obere Gelenkkammer befindet sich zwischen os temporale und Diskusoberseite, die untere Gelenkkammer zwischen Gelenkköpfchen und Diskusunterseite. Der äußere Rand des Diskus ist mit Knorpelzellen versehen in der Mitte befinden sich dicht gereihte Kollagenfaser Bündel.

Der Diskus funktioniert korrekt als bewegliche Fossa für das Gelenkköpfchen. Es gleitet mit seiner Oberfläche auf der Knorpelfläche des os temporale und auf seiner Unterfläche bewegt sich das Gelenkköpfchen. Er wird mit den Bewegungen des Gelenkköpfchens passiv mitgeführt. Wichtig ist das bei jeder Bewegung des Kieferköpfchens der Diskus sich in die Richtung des Köpfchens mitbewegt. Es sind die Bewegungen des Köpfchens größer als die des Diskus. Dies hat mechanische Konsequenzen. Bei jeder Unterkieferbewegung bewegt sich der Diskus zum Kondylus in entgegengesetzte Richtung.

Das heißt das bei jeder Kieferöffnungsbewegung das Köpfchen nach vorne bewegt wird der Diskus sich zwar im Raum auch hierhin bewegt, zum Köpfchen jedoch nach dorsal! Ebenso bei den Kieferschließbewegungen bewegt sich das Gelenköpfchen nach hinten der Diskus bewegt ebenfalls nach hinten, jedoch zum Köpfchen nach vorne. Es bewegt sich der Diskus zum Köpfchen nach medial bei einer lateralen Bewegung und nach lateral bei einer medialen Bewegung. In Innenrotation bei einer Außenrotation und in Außenrotation bei einer Innenrotation.